Es war einmal…

 

… im tief verschneiten Bad Driburg, da trafen sich an einem Sonntagmorgen am Anfang des Jahres um kurz vor 10 Uhr elf verwegen Läufer, eine Läuferin und ein Hund, um die Stadt laufend zu umrunden. Ihr erstes Ziel, den roten Hydranten suchten sie leider vergeblich. Man hätte meinen können, er sei im tiefsten Schnee verschwunden. Aber auch ohne dieses malerische Weiß wäre er nicht mehr aufzufinden gewesen. Irgendjemandem muss er so gut gefallen haben, dass er ihn im Laufe des Jahres abgebaut und mitgenommen haben muss. Zum Glück waren die Angetretenen ausgewiesen Insider, so fanden sie auch ohne die markante Markierung den Ausgangspunkt des Laufes, wurden sie zudem doch wieder sehr ausführlich von Frank und Bernhard eingewiesen. Die Witterungsbedingungen ließen einen harten Lauf erwarten. Deshalb wurde ein Walker bereits 45 Minuten zur Erkundung vorausgeschickt.

Pünktlich um 10 Uhr folgte ihm nach dem traditionellen Böllerschuss die übrige Läuferschar. Der Aufstieg zum Eggewanderweg war bis zum Heinrichshof noch gut geschoben und leicht zu bewältigen. Ab hier waren bereits soviel Höhenmeter überwunden, dass man in Regionen vordrang, in die sich die Räumfahrzeuge nicht mehr begeben. Dementsprechend bedeckte jetzt noch mehr Schnee den Weg. Kurz vor erreichen des Kammweges begann ein leichter Sprühregen, der jedoch nur ein paar Minuten andauerte. Petrus hatte mit den Läufern doch ein einsehen. Oder vielleicht doch nicht? Auf dem Eggewanderweg angekommen bot sich ein ungewöhnlicher Anblick. Der Eisregen der vergangenen Tage in Verbindung mit ein wenig Wind hatte zahlreiche Bäume so beladen, dass sie sich in den sonst offenen Laufweg beugten oder ihn sogar ganz bedeckten. So wurde auf den nächsten Kilometern der Weg zu einer herausfordernden Crossstrecke, bei der auch mal Gehen angesagt war. Die Sonne konnte unser Treiben auch nicht mit ansehen und versteckte sich hinter einer geschlossenen Wolkendecke.

Die schöne Aussicht wurde so ihrem Namen diesmal auch nicht gerecht. Statt eines Blickes auf die Südstadt blickten die unerschrockenen Läufer auf eine weiße Wand. Als bei der Driburger Hütte das erste freie Feld erreicht war, war man froh, im beeindruckenden Nebel noch ein paar Mitstreiter erkennen zu können. So ging es bis zum Knochen munter weiter. Aber auch hier war uns der sonst übliche Blick zum Köterberg und weit ins Weserbergland versperrt. Nur die Obstbäume am Wegesrand streckten einsam ihre zweige in die Höhe. Die Sonne unternahm noch mal einen zaghaften Versuch, sich doch noch sehen zu lassen. Und schließlich beglückte sie uns auf der Höhe des Reelser Kreuzes mit ihren Strahlen. Ein warmer Tee stärkte die Läuferschar für den Rest der Strecke.

Diese Aufmunterung kam gerade recht, denn die Sonne machte sofort mit ihrem Versteckspiel weiter und verschwand erneut hinter den Wolken. Die Sicht reichte aber immer noch, um auf dem Rosenberg die Orientierung nicht zu verlieren, oder zumindest fast. Ab dem gräflichen Mausoleum ging es diesmal etwas früher auf den Sachsenring. Entlohnt wurden wir dafür mit einem Blick auf das gräfliche Bad, ehe wir den Abstieg zum Freibad zu bewältigen hatten. Hier durfte schon einmal das Treppensteigen für den Hermannslauf geprobt werden.

Anschließend umgingen wir den Steinberg auf der östlichen Seite. Der dunkler werdende Himmel ließ uns bereits erahnen, dass Petrus noch eine kleine Überraschung für uns bereit hielt. Und bei der Josefsmühle war es tatsächlich auch soweit. Weiße Flocken rieselten leise auf uns hernieder. Der Schnee konnte uns jetzt aber nicht mehr aufhalten, auch die letzte schwere Steigung zur Sulburg noch zu meistern. Hier trafen wir auf unseren wackeren Walker, der leider seine Säge heute nicht dabei hatte, sonst wäre es uns auf der Egge sicher leichter gefallen. Zum Glück haben wir auch so den rechten Weg gefunden und nach Umrundung der Sulburg war Run for Fun im Gewerbegebiet wieder einmal erfolgreich bestanden.

Kurze Zeit nach uns trafen neben dem Walker und dem Hund die letzten der verwegenen Läufer und die einzige Läuferin gesund am nicht mehr vorhandenen Hydranten ein. Hier erwarteten jeden wieder ein heißes Getränk und die verdiente, liebevoll gestaltete Urkunde von Bernhard.

Ein weiteres ungewöhnliches Laufkapitel ging so fröhlich zu Ende und man darf gespannt sein, welche Bedingungen die kommende Austragung prägen wird. Bei Sonnenschein und trockenen Wegen sind dann hoffentlich wieder mehr mit unterwegs.

 

Autor Markus Pitz